Verdachtsmomente für ein Prostatakarzinom wird häufig der Hausarzt finden, oft aber auch der Urologe, den der ältere Mann vielleicht regelmäßig aufsucht. Was dann? Wer ist für die Überprüfung des Verdachts und gegebenenfalls für die weitere Behandlung zuständig? Das hängt ganz von den genaueren Umständen, aber auch von der Qualifikation des betreffenden Facharztes ab.
Zumindest die Früherkennungsuntersuchung kann man ohne weiteres beim Hausarzt durchführen lassen, wenn man von dessen Engagement und Sorgfalt überzeugt ist. Selbstverständlich kann die Tastuntersuchung und die PSA-Messung aber auch vom Urologen durchgeführt werden, der hierin viel Erfahrung besitzt. Spätestens wenn bei diesen Untersuchungen etwas Verdächtiges festgestellt wurde, muss ein Facharzt die weitere Betreuung übernehmen.
Ob das der Urologe oder ein Onkologe (Facharzt für Tumorerkrankungen) ist, hängt von den Umständen ab: Viele Urologen haben, weil sie sehr oft damit in Berührung kommen und sich auf dem Gebiet intensiv weiterbilden, große Erfahrung mit dem Prostatakarzinom und können dann natürlich die weitere Behandlung übernehmen. Wie diese aussieht, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab - natürlich vom Ergebnis der Biopsie und von der Ausdehnung der Krankheit, aber auch vom Alter und Allgemeinzustand des Patienten. Ist eine Operation möglich und erforderlich, so wird der chirurgisch tätige Urologe zuständig sein, da er mit diesem Eingriff mehr Erfahrung hat als ein Allgemeinchirurg.
Hat der Urologe spezielle onkologische Erfahrung, so kann er auch die weitere Behandlung übernehmen (Hormon- oder Chemotherapie, Entscheidung für eine Strahlentherapie etc.). Das hat den Vorteil, dass fast alle Maßnahmen in einer Hand bleiben und es daher weniger Reibungs- und Kommunikationsprobleme geben kann. Eine eventuellen Strahlentherapie wird selbstverständlich in einer spezialisierten Praxis oder Klinik durchgeführt.
Steht eine Operation nicht zur Diskussion, so kann natürlich auch ein Onkologe die weitere Betreuung übernehmen. Dieser (bzw. der onkologische erfahrene Urologe) wird auch der erste Ansprechpartner sein, wenn bei einem Patienten mit Prostatakarzinom Skelettkomplikationen auftreten (Knochenschmerzen, Knochenbrüche etc.). Er wird dann, je nach Art des Knochenbefalls, eine operative oder eine Strahlenbehandlung oder aber eine Therapie mit einem Bisphosphonat einleiten.