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Vorsorge bei Prostatakrebs: Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

08.09.2008

Veränderungen der Prostata können sich störend auf den Harnfluss auswirken. Ein Arzt muss abklären, ob eine gut- oder bösartige Veränderung vorliegt.

Eine bösartige Veränderung des Prostatagewebes wird von dem Betroffenen oft gar nicht bemerkt. Erst relativ spät kommt es zu Beschwerden und diese ähneln dann häufig denjenigen einer gutartigen Prostatavergrößerung, beispielsweise Schwierigkeiten beim Wasserlassen und eine gestörte Blasenentleerung. Dies liegt daran, dass die Prostata direkt unterhalb der Harnblase liegt und die Harnröhre unmittelbar umschließt.

Weitere mögliche Warnsignale sind Schmerzen beim Wasserlassen und Blutbeimengungen in Urin oder Samenflüssigkeit. Sie können Anzeichen für ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom sein, aber auch für eine chronische Entzündung der Prostata und sollten daher umgehend von einem Arzt abgeklärt werden.

 

Knochenbeteiligung im fortgeschrittenen Stadium möglich

Hat der Prostatakrebs bereits Metastasen in die Knochen abgesiedelt, sind häufig Knochenschmerzen die Folge. Diese treten oft im Bereich des Beckens und der unteren Wirbelsäule auf und können vom Patienten mit rheumatischen Beschwerden verwechselt werden. Bei Männern ab 45 sollte bei unklaren „Kreuzschmerzen" daher immer auch die Prostata mit untersucht werden.

 

Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen!

Da die Symptome von Prostatakrebs gerade im frühen Stadium recht unspezifisch sind, kommt der regelmäßigen Früherkennungsuntersuchung eine wichtige Bedeutung zu. Probleme beim Wasserlassen werden in den allermeisten Fällen aber durch gutartige Veränderungen des Prostatagewebes und nicht durch einen bösartigen Tumor ausgelöst. Prostatakrebs entsteht häufig auf der Seite, die dem Enddarm zugewandt ist. Dies ist insofern ein Vorteil, als der Krebs hier bei der „digital rektalen Untersuchung" vom Arzt getastet werden kann. Sie setzt einen erfahrenen Untersucher voraus und wird daher häufig vom Urologen durchgeführt. Auch wenn allein der Gedanke an die rektale Untersuchung bei vielen Männer Unbehagen auslöst, so sollten sie sich bewusst machen, dass die Heilungschancen steigen, je früher ein Tumor entdeckt wird.

 

Die Kosten trägt die Kasse

Die gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, ihren Versicherten die empfohlenen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung zu bezahlen. Diese sind daher für den Patienten kostenlos. Die Vorsorgeuntersuchung für Prostatakrebs besteht in einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden des Mannes sowie der Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm. Sie wird allen Männern ab 45 Jahren einmal jährlich empfohlen.

 

Quelle: Nach Informationen der „Leitlinie „Diagnostik des Benignen Prostata-Syndroms", des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Deutschen Grünen Kreuzes
Autor: Annette Mende
Stand: 08-09-2008

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