Erhöhte Spiegel des Tumormarkers Prostata-spezifisches Antigen (PSA) sind nicht nur ein Hinweis auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms, sondern ihre Höhe gestattet auch Aussagen zur Ausbreitung des Tumors. Liegt der PSA-Wert unter 10 ng/ml, ist er nahezu immer auf die Prostata selbst begrenzt, bei höheren Werten muss man jedoch nach Absiedlungen von Tumorzellen in anderen Körperteilen, vor allem auch im Skelett, suchen.
Eine sehr empfindliche Methode zum Nachweis von Knochenmetastasen ist die Skelettszintigraphie: Mit ihr lassen sich Tumorabsiedlungen im Knochen bereits lange vor ihrem Sichtbarwerden im Röntgenbild identifizieren. Der möglichst frühzeitige Nachweis von Skelettmetastasen ist vor allem deshalb wichtig, weil heute effektive Therapien für solche Metastasen und die daraus hervorgehenden Skelettkomplikationen existieren. Die Therapien sind umso effektiver, je früher sie eingesetzt werden.
Bei der Knochenszintigraphie wird eine kurzlebige radioaktive Substanz injiziert, die sich über den Blutweg im Körper verteilt. Sie ist an eine Verbindung gekoppelt, die sich aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften bevorzugt im Knochen ablagert, und zwar in erster Linie an Stellen, wo aktiver Knochenstoffwechsel stattfindet (Knochenauf- oder abbau). Die von den radioaktiven Atomen ausgesandte Strahlung (Gammastrahlung) wird mit speziellen Detektoren sichtbar gemacht, die je nach Fragestellung entweder den ganzen Körper oder nur Teilbereiche wie etwa das Becken erfassen. Metastasen fallen in diesen Aufnahmen durch eine Anreicherung der Strahlung gegenüber normalem Knochen auf. Wichtig: Vor der Aufnahme muss die Blase entleert werden, weil der radioaktive Marker über den Urin ausgeschieden wird und eine gefüllte Blase durch ihre starke Strahlung metastatische Veränderungen in der Umgebung der Prostata verdecken könnte.
Im Gegensatz zu radiologischen Untersuchungsverfahren, die vor allem Veränderungen in der Struktur des Knochens sichtbar machen, gibt die Szintigraphie in erster Linie Aufschluss über abnorme Veränderungen des Knochenstoffwechsels - das aber mit einer sehr hohen Empfindlichkeit. Zur genauen Lokalisation der Metastasen - etwa sie um operativ behandeln oder bestrahlen zu können - eignet sie sich weniger; hierzu sind zusätzliche radiologische Untersuchungen erforderlich. Außerdem sind auffällige szintigraphische Befunde kein Beweis für das Vorliegen von Metastasen; sie können auch bei gutartigen Knochenerkrankungen oder bei Abnutzungserscheinungen (Arthrose) auftreten.
Die Szintigraphie kann auch angewendet werden, um zum Beispiel die Wirkung einer Hormonbehandlung auf Knochenmetastasen zu überprüfen: Sprechen die Metastasen auf die Therapie an, so verringert sich ihre Stoffwechselaktivität und dadurch auch das radioaktive Signal im Szintigramm.