Bei einer Veranstaltung der Frankfurter Klinikallianz forderte der Urologe Professor Gerd Ludwig eine regelmäßige Kontrolle des PSA-Wertes im Blut für Männer über 50. Mit dem einfachen Bluttest lassen sich Prostatatumoren schon in einem frühen Stadien erkennen. Die Früherkennung von Prostatatumoren ist entscheidend für die Wahl der Behandlung und erhöht die Chancen auf eine dauerhafte Heilung. Im Fall einer erblichen Belastung, also Prostatakrebs bei Vater oder Großvater, sollte die Vorsorge mit dem PSA-Test sogar schon ab ab dem 46. Lebensjahr beginnen.
Laut Professor Ludwig ist durch die verstärkte Anwendung des PSA-Tests der Anteil der Patienten, bei denen Prostatakrebs erst in einem späten Stadium entdeckt wird und die somit schlechtere Heilungschancen haben, von 70 auf 30% gesunken. Auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) befürwortet die Krebsfrüherkennung mit dem PSA-Test: "Durch die frühzeitige Entdeckung und anschließende Therapie kann das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu sterben, reduziert werden", so Prof. Kurt Miller, Vorstandsmitglied der DGU.
Das Problem ist derzeit die finanzielle Regelung: Der PSA-Test kostet 20 Euro, die von den Krankenkassen nicht übernommen werden.
Mit dem PSA-Test wird der Gehalt des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut bestimmt. PSA wird von den Zellen der Prostata gebildet und in geringen Mengen ins Blut abgegeben. Durch das unkontrollierte Wachstum der Prostatazellen im Falle eines Tumors ist der PSA-Spiegel jedoch erhöht und damit ein Hinweis für eine Veränderung des Prostatagewebes.
Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Patient an einem Tumor der Prostata leidet. Er kann verschiedene Ursachen haben: Z.B. lässt sich im Fall einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, einer Entzündung der Drüse, mechanischer Reizung oder nach einem Samenerguss mehr PSA im Blut nachweisen. Wird ein erhöhter Wert gemessen, muss der behandelnde Arzt die Ursache für die Erhöhung durch andere Untersuchungen abklären.