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Fortgeschrittener Prostatakrebs: Die Knochen leiden besonders

06.10.2011

Bei 80 % der Männer mit metastasiertem Prostatakrebs sind die Knochen befallen. Rücken- und Knochenschmerzen oder Knochenbrüche schon bei geringer Belastung können erste Symptome für Knochenmetastasen sein.

Beim fortgeschrittenen Prostatakrebs werden zwei Formen unterschieden, der lokal fortgeschrittene und der metastasierte Prostatakrebs.

  • Lokal fortgeschritten heißt, der Tumor ist über die Prostata hinaus gewachsen, hat jedoch nicht im Körper gestreut.
  • Metastasiert bedeutet, es haben sich Zellen vom Ursprungstumor abgelöst und in andere Teile des Körpers gestreut. Dort haben sich dann eine oder mehrere Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet. Je weiter der Tumor lokal fortgeschritten ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bereits gestreut hat.

Metastasen bei Prostatakrebs befallen häufig die Knochen

Bei 80 % der Männer mit metastasiertem Prostatakrebs sind die Knochen befallen. [1, 6] Denn das Knochengewebe bietet den Tumorzellen ein ideales Milieu für ihr Wachs­tum. Betroffen sind vor allem Beckenknochen und Wirbelsäule, aber auch Rippen oder Schädelknochen (siehe Abb. 1). [2]

Je nachdem, wo die Knochenmetastasen sitzen, verursachen sie verschiedene Beschwerden. Erste unbestimmte Anzeichen für Knochenmetastasen können sein: [2, 4]

  • Knochenschmerzen wie z. B. Schmerzen in der Wirbelsäule (Rücken- oder Kreuzschmerzen)
  • Schwellungen am Knochen oder Knochenbrüche ohne vorherige Gewalteinwirkung
  • Gereizte oder geschädigte Nerven, z. B. Gefühlsstörungen

Der Arzt wird außerdem auf auffällige Blutbefunde achten, die ihm einen ersten Hinweis auf eine Metastasierung geben können. Bei einem Verdacht werden weitere Untersuchungen veranlasst, um die Ursache der Beschwerden sicher abzuklären.

 

Orte für Knochenmetastasen bei Prostatakrebs

Abb. 1: Orte für Knochenmetastasen bei Prostatakrebs. Besonders häufig kommen sie in Wirbel- und Beckenknochen vor.

 

Mögliche Folgen von Knochenmetastasen

Knochenmetastasen können starke Schmerzen verursachen. [3] Außerdem schädigen sie den Knochen, sodass es zu so genannten Skelettkomplikationen kommen kann. Dazu gehören

  • Knochenbrüche schon bei leichten Belastungen (pathologische Knochenbrüche),
  • Einbruch oder Brechen von Wirbelkörpern und damit einhergehend
  • eine Quetschung des Rückenmarks,
  • ein Anstieg oder Abfall der Kalziumkonzentration im Blut (Hyperkalzämie bzw. Hypokalzämie). [6]

Therapieziele bei Knochenmetastasen

Bei metastasiertem Prostatakrebs ist es in der Regel mit den derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht möglich, alle Tumorzellen zu zerstören. Die Metastasen können jedoch oft über längere Zeit in Schach gehalten werden, manchmal sogar über Jahre.[5] Wichtige Ziele der Behandlung sind daher, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und Beschwerden wie z. B. Knochenschmerzen zu lindern. Dabei soll insbesondere pathologischen Knochenbrüchen vorgebeugt werden.

 

Behandlungsmöglichkeiten bei Knochenmetastasen

Werden nur wenige Knochenmetastasen nachgewiesen, können diese bestrahlt werden. Durch die Bestrahlung werden die Knochen wieder stabiler und die Gefahr für pathologische Knochenbrüche vermindert. In vielen Fällen lindert die Bestrahlung die Schmerzen ganz oder teilweise. [1]

Liegen viele Knochenmetastasen über den Körper verteilt vor, kommt in der Regel eine Behandlung mit so genannten Radionukliden in Frage. Radionuklide sind kleinste radioaktive Teilchen, die gespritzt werden und dann gezielt in den Knochen Strahlung freisetzen. Eine heilende Wirkung ist sowohl von der Bestrahlung wie auch von der Radionuklid-Therapie nicht zu erwarten. [7]

Die so genannten Bisphosphonate sind etablierte Substanzen und werden seit Jahren zum Knochenschutz bei Knochenmetastasen eingesetzt. Sie hemmen den Knochenabbau, und mindern somit das Risiko für Skelettkomplikationen, und lindern Knochenschmerzen. [1, 3] Dadurch wird die Lebensqualität der Patienten deutlich erhöht. Bisphosphonate werden auch eingesetzt, um einer Knochenmetastasen-bedingten Hyperkalzämie vorzubeugen. Diese Erkrankung ist heute dank dem Einsatz von Bisphosphonaten selten geworden.

Bei einigen Tumoren ist gezeigt worden, dass Bisphosphonate das Fortschreiten der Erkrankung verzögern und dadurch das Gesamtüberleben verlängern können.

Mehr zu diesem Thema können Sie unter Überlebensvorteil: Bisphosphonate bieten mehr als nur Knochenschutz nachlesen.

Quellen:
[1] Prostatakrebs II, Lokal fortgeschrittenes und metastasiertes Prostatakarzinom Patientenratgeber des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin, Version 1.0, Mai 2010
[2] Knochenstark bei Metastasen, Patientenbroschüre der Novartis Pharma GmbH, 07/2009
[3] http://www.krebsgesellschaft.de/db_prostatakrebs_therapie,4288.html (zuletzt besucht am 13.09.11)
[4] http://www.prostata.de/pca_krankheitszeichen.html (zuletzt besucht am 13.09.11)
[5] http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/stadium-fortgeschritten.php (zuletzt besucht am 13.09.11)
[6] Yuen KK, Shelley M, Sze WM, Wilt TJ., Mason M. Bisphosphonates for advanced prostate cancer. Cochrane Database of Systematic Reviews 2006, Issue 4. Art. No.: CD006250. DOI: 10.1002/14651858.CD006250
[7] http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/behandlung-bestrahlung.php (zuletzt besucht am 13.09.11)

Erstellt am 04.06.2003
Aktualisiert am 13.09.11
Autor: BSMO Redaktion, aktualisiert durch Cornelia Dietz

Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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