Bei 80 % der Männer mit metastasiertem Prostatakrebs sind die Knochen befallen. Rücken- und Knochenschmerzen oder Knochenbrüche schon bei geringer Belastung können erste Symptome für Knochenmetastasen sein.
Beim fortgeschrittenen Prostatakrebs werden zwei Formen unterschieden, der lokal fortgeschrittene und der metastasierte Prostatakrebs.
Bei 80 % der Männer mit metastasiertem Prostatakrebs sind die Knochen befallen. [1, 6] Denn das Knochengewebe bietet den Tumorzellen ein ideales Milieu für ihr Wachstum. Betroffen sind vor allem Beckenknochen und Wirbelsäule, aber auch Rippen oder Schädelknochen (siehe Abb. 1). [2]
Knochenmetastasen greifen auf unterschiedliche Art und Weise in den Knochenstoffwechsel ein.
Der Arzt wird außerdem auf auffällige Blutbefunde achten, die ihm einen ersten Hinweis auf eine Metastasierung geben können. Bei einem Verdacht werden weitere Untersuchungen veranlasst, um die Ursache der Beschwerden sicher abzuklären.

Abb. 1: Orte für Knochenmetastasen bei Prostatakrebs. Besonders häufig kommen sie in Wirbel- und Beckenknochen vor.
Knochenmetastasen können starke Schmerzen verursachen. [3] Außerdem schädigen sie den Knochen, sodass es zu so genannten Skelettkomplikationen kommen kann. Dazu gehören
Bei metastasiertem Prostatakrebs ist es in der Regel mit den derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten nicht möglich, alle Tumorzellen zu zerstören. Die Metastasen können jedoch oft über längere Zeit in Schach gehalten werden, manchmal sogar über Jahre.[5] Wichtige Ziele der Behandlung sind daher, das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern und Beschwerden wie z. B. Knochenschmerzen zu lindern. Dabei soll insbesondere pathologischen Knochenbrüchen vorgebeugt werden.
Werden nur wenige Knochenmetastasen nachgewiesen, können diese bestrahlt werden. Durch die Bestrahlung werden die Knochen wieder stabiler und die Gefahr für pathologische Knochenbrüche vermindert. In vielen Fällen lindert die Bestrahlung die Schmerzen ganz oder teilweise. [1]
Liegen viele Knochenmetastasen über den Körper verteilt vor, kommt in der Regel eine Behandlung mit so genannten Radionukliden in Frage. Radionuklide sind kleinste radioaktive Teilchen, die gespritzt werden und dann gezielt in den Knochen Strahlung freisetzen. Eine heilende Wirkung ist sowohl von der Bestrahlung wie auch von der Radionuklid-Therapie nicht zu erwarten. [7]
Die so genannten Bisphosphonate sind etablierte Substanzen und werden seit Jahren zum Knochenschutz bei Knochenmetastasen eingesetzt. Sie hemmen den Knochenabbau, und mindern somit das Risiko für Skelettkomplikationen, und lindern Knochenschmerzen. [1, 3] Dadurch wird die Lebensqualität der Patienten deutlich erhöht. Bisphosphonate werden auch eingesetzt, um einer Knochenmetastasen-bedingten Hyperkalzämie vorzubeugen. Diese Erkrankung ist heute dank dem Einsatz von Bisphosphonaten selten geworden.
Bei einigen Tumoren ist gezeigt worden, dass Bisphosphonate das Fortschreiten der Erkrankung verzögern und dadurch das Gesamtüberleben verlängern können.
Mehr zu diesem Thema können Sie unter Überlebensvorteil: Bisphosphonate bieten mehr als nur Knochenschutz nachlesen.