Prostatakarzinome, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, geben häufig - in zwei Drittel bis drei Viertel aller Fälle - Tumorzellen in den Knochen ab. Betroffen sind hier vor allem Beckenknochen und Lendenwirbelsäule: Zum einen liegen sie relativ nahe am Ort des Tumors und sind über Blutgefäße für die Tumorzellen leicht zu erreichen, zum anderen bietet Knochengewebe den Tumorzellen ein ideales Milieu für ihr Wachstum.
Daher können Kreuzschmerzen, scheinbare rheumatische Beschwerden im Hüftbereich oder Hexenschuss bei älteren Männern erste Symptome eines metastasierten Prostatatumors sein.
Knochenmetastasen können neben eingeschränkter Beweglichkeit auch schwere Skelettkomplikationen zur Folge haben. Hierzu gehören Knochenbrüche (pathologischen Frakturen), die Einengung des Wirbelkanals und damit einhergehend die Kompression des Rückenmarks sowie - allerdings sehr selten - ein Anstieg oder Abfall der Kalziumkonzentrationen im Blut (Hyperkalzämie bzw. Hypokalzämie). Eine wirksame, schonende Behandlung der Skelettkomplikationen ist wichtig, um die Belastung für den Patienten möglichst gering zu halten.
Pathologische Frakturen und eine Hyperkalzämie sind beim Prostatakarzinom - verglichen mit anderen Tumoren - relativ selten, denn die Metastasen von Prostatatumoren führen weniger zu einem Abbau ("osteolytische Metastasen") als zu einem krankhaften Aufbau neuer Knochensubstanz ("osteoblastische Metastasen"). Während osteolytische Metastasen anderer Tumore und ihre Komplikationen bereits in der Vergangenheit relativ gut mit Medikamenten, so genannten Bisphosphonaten, behandelt werden konnten, sprechen die osteoblastischen Metastasen des Prostatakarzinoms erst auf die neuentwickelten Bisphosphonat-Präparate erfolgreich an.
Knochenmetastasen des Prostatakarzinoms wachsen, ebenso wie der Tumor selbst, relativ langsam. Auch nach der Diagnose von Knochenmetastasen ist die Lebenserwartung daher optimistisch. Mit der stetigen Verbesserung der Therapiemöglichkeiten stehen die Chancen gut, die derzeitige durchschnittliche Überlebenszeit von mehr als drei Jahren weiter zu steigern.