Der gesunde Knochen von Erwachsenen stellt keineswegs lebloses Material dar. Er besteht aus einem hochgeordneten Grundgerüst (Knochenmatrix), das zwar große Mengen von Kalkmineralien enthält, aber darüber hinaus von organischem Material und zahlreichen hochspezialisierten Zellen durchsetzt ist, die einen ständigen Umbau der Knochenmatrix bewirken.
Bei diesen Umbauvorgängen findet ein permanenter Wechsel zwischen Knochenabbau und -aufbau durch diese spezialisierten Zellen (Osteoklasten bzw. Osteoblasten) statt:
Osteoblasten und Osteoklasten kommunizieren miteinander über bestimmte Botenstoffe (hormonähnliche Substanzen). In diese Interaktion sind auch junge Knochenabbauzellen (Vorläuferzellen) involviert. Diese werden dadurch zur Ausreifung stimuliert und dazu aktiviert, z. B. geschwächte oder mikroskopisch geschädigte Anteile des Knochengewebes abzubauen, indem sie dem Knochen Mineralien entziehen, die Knochenmatrix abbauen und eine Vertiefung (so genannte Lakune) bilden.
Mononukleare Zellen (das sind den Fresszellen des Immunsystems verwandte Zellen) reinigen die Knochenoberfläche in der Lakune und bereiten sie dadurch für den erneuten Knochenaufbau durch Osteoblasten vor. Die in die Lakune einströmenden Osteoblasten bilden eine neue Matrix, welche den resorbierten Knochen ersetzt und die Lakune auffüllt. In die zunächst rein organische Matrix werden wieder Kalkmineralien eingebaut, die dem Knochen seine Härte und Festigkeit verleihen. Nach Ausbildung der neuen Knochenstruktur ist die Knochenoberfläche mit inaktiven Osteoblasten-Vorläuferzellen bedeckt. Diese verharren nun für längere Zeit in Ruhe und zeigen geringe Aktivität, bevor es zu einem neuen Zyklus im normalen Knochenumbau kommt.