Nach der ersten Diagnose eines Tumors sind weitere Untersuchungen erforderlich, durch die sich Größe und Ausbreitung des Tumors bestimmen lassen. Der Arzt bedient sich dabei bestimmter Definitionen der Tumorausdehnung, die Stadien genannt werden. Erst nach Bestimmung des Tumorstadiums, kann eine sinnvolle Therapie ausgewählt werden.
Die Stadien des Prostatakarzinoms sind wie folgt definiert:
In diesem Stadium ist der Tumor auf die Prostata beschränkt, er verursacht keine Beschwerden und kann auch nicht ertastet werden. Er wird meist nur zufällig bei einer Operation entdeckt, etwa wenn bei einer gutartigen Prostatavergrößerung Prostatagewebe entfernt und anschließend mikroskopisch untersucht wird. Die Tumorzellen können in diesem Stadium an mehreren Stellen in der Prostata gefunden werden.
Der Tumor ist auch hier ausschließlich auf die Prostata begrenzt. Er wird in diesem Stadium meist durch eine Nadelbiopsie entdeckt. Diese Form der Gewebeentnahme wendet der Arzt in zwei Fällen an: entweder wurde bei einer Tastuntersuchung vom Dickdarm her eine verdächtige Vergrößerung ertastet oder im Blut des Patienten wurde ein hoher PSA-Wert festgestellt, der ein Hinweis auf einen Prostatatumor sein kann.
Der Tumor hat die Bindegewebskapsel um die Prostata durchbrochen und sich im umgebenden Gewebe ausgebreitet. Der Blasenausgang und/oder die Harnleiter können dadurch eingeengt sein, mit der Folge, dass der Urinabfluss behindert wird. Auch die Samenblasen können in diesem Stadium bereits Tumorzellen enthalten.
Der Tumor hat außer den Samenblasen weitere Strukturen (Blase, Enddarm, Muskeln) befallen. Alternativ oder zusätzlich können sich Tumorzellen auf Lymphknoten (nahe oder weit entfernt von der Prostata) und/oder auf Organe und Gewebe weit entfernt von der Prostata ausgebreitet haben (zum Beispiel Knochen, Leber, Lunge).
Eine weitere Stadieneinteilung stellt die TNM-Klassifikation dar. Mit dieser Klassifikation lassen sich Tumorgröße, Befall der Lymphknoten und Grad der Ausbreitung des Tumors auf andere Organe und Gewebe (Metastasierung) beschreiben.
T steht für die Tumorgröße:
T0: keine Anhaltspunkt für einen Tumor in der Prostata,
T1: nicht tastbarer oder radiologisch (nur mikroskopisch) darstellbarer Tumor,
T2: Tumor tastbar oder radiologisch sichtbar, aber noch auf die Prostata begrenzt,
T3: Tumor hat Prostatakapsel durchbrochen und evtl. Samenblasen befallen,
T4: Tumor hat andere Strukturen oder Organe befallen.
N steht für Lymphknoten (englisch "Node"):
N0: es sind keine Lymphknoten befallen,
N1: Tumorzellen sind in einem einzelnen Lymphknoten nachweisbar. Der Lymphknoten ist jedoch kleiner als 2 cm,
N2: Tumorzellen sind in einem einzelnem Knoten nachweisbar. Der Lymphknoten ist größer als 2 cm, aber kleiner als 5 cm, oder mehrere Knoten sind befallenen, alle kleiner als 5 cm,
N3: Lymphknoten sind durch Tumorzellen größer als 5 cm.
M steht für Metastasen:
M0: keine Metastasen,
M1: Metastasen in einem oder mehreren Organen nachweisbar.
Wird ein Prostatatumor zum Beispiel mit T2N0M0 beschrieben, bedeutet das: Der Tumor ist ertastbar, hat jedoch noch keine Lymphknoten befallen und keine Metastasen im Körper gebildet.
Ein Tumor rezidiviert, wenn er nach einer erfolgreichen Behandlung an seinem Ursprungsort oder an einer anderen Stelle im Körper erneut auftritt. Ein Rezidiv ist das Wiederaufflammen einer Erkrankung.