Das durchschnittliche Alter der Patienten, bei denen ein Prostatakarzinom diagnostiziert wird, liegt bei etwa 72 Jahren. Da ein Prostatakarzinom meistens langsam wächst, wird die Lebensqualität vieler Patienten bis zu ihrem Tod nicht durch den Tumor beeinträchtigt. Häufig versterben die Tumorpatienten aufgrund anderer Ursachen, bevor sich Beschwerden durch das Karzinom bemerkbar machen.
Bei der Wahl der Therapie muss daher in jedem Fall die Lebenserwartung berücksichtigt werden. Diese hängt nicht nur vom Alter, sondern auch von bestehenden anderen Krankheiten, aber natürlich auch von der Ausdehnung und Aggressivität des Tumors ab. Die Entscheidung ob und, wenn ja, wie therapiert werden soll, hängt von zahlreichen so genannten Prognosefaktoren ab. Je schlechter die Prognose, desto wichtiger sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen und desto notwendiger ist eine Therapie, die Rezidive zu verhindern oder hinauszuschieben versucht.
Ein wichtiger Prognosefaktor ist verständlicherweise das Tumorstadium. Ein sehr kleiner Tumor, der noch auf die Prostata begrenzt ist und bei der mikroskopischen Untersuchung als wenig aggressiver Typ eingestuft wird, ist prognostisch günstig. In vielen Fällen wird man solche Tumoren zunächst gar nicht behandeln; dadurch wird die Lebenserwartung des Patienten nicht beeinträchtigt. Wichtig ist aber die sorgfältige Nachbeobachtung, um gegebenenfalls schnell mit einer Therapie beginnen zu können.
Der Allgemeinzustand des Patienten hat natürlich ebenfalls Auswirkungen auf seine Prognose. Je schlechter der Allgemeinzustand eines Tumorpatienten ist, desto geringer wird die Lebenserwartung eingeschätzt. Dies gilt jedoch häufig auch unabhängig von einer Tumorerkrankung.
Je höher der PSA-Wert vor der Therapie, je weniger er nach der Therapie abfällt und je schneller er hinterher wieder ansteigt, desto schlechter sind die Aussichten.
Sind bereits Metastasen in der Lunge und/oder in der Leber vorhanden, ist die Prognose schlecht.
Durch regelmäßige und sorgfältige Nachsorgeuntersuchungen lässt sich insbesondere bei ungünstigerer Prognose ein Wiederauftreten des Tumors oder das Wachstum von Metastasen rechtzeitig erkennen, so dass der Arzt mit einer entsprechenden Therapie darauf reagieren kann.