In Deutschland ist das Prostatakarzinom der häufigste Tumor beim Mann - mit knapp rund 31.500 Neuerkrankungen im Jahr. Der wichtigste Risikofaktor ist das Alter: Vor dem 50. Lebensjahr sind klinisch auffällige Prostatakarzinome extrem selten und in der Regel erblich bedingt.
Mehr als 90% der Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 60 Jahre alt. Unter den 60-jährigen Männern erkranken immerhin schon etwa 50 von 100.000 jährlich neu an einem Prostatakarzinom, zwischen dem 75. und dem 85. Lebensjahr sind es rund 400. Weil das durchschnittliche Alter der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor zunimmt, ist davon auszugehen, dass die Häufigkeit des Prostatakarzinoms auch weiterhin steigen wird.
In verschiedenen Studien wurde herausgefunden, dass zwischen 10% und 34% aller 50-jährigen, dagegen schon etwa 70% aller 80-jährigen in ihrer Prostata mindestens ein Karzinom beherbergen. Die meisten, vermutlich mehr als 90% dieser Tumoren wachsen aber entweder sehr langsam oder haben wieder vollständig zu wachsen aufgehört, so dass sie zu Lebzeiten des Träger niemals zu Symptomen führen oder Metastasen absiedeln werden. All diese Befunde lassen darauf schließen, dass zwischen der Entstehung bösartiger Zellen und dem klinischen Auffälligwerden der Krankheit ein langer Zeitraum liegt, d.h. dass das Prostatakarzinom sehr langsam wächst. Ein kleiner Teil der Prostatakarzinome wird jedoch irgendwann so groß, dass sie einer Behandlung bedürfen: Bis zum 80. Lebensjahr werden schätzungsweise 6% aller Männer an einem solchen Tumor erkrankt sein.
Beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom, d.h. bei Tumoren, die die Organgrenzen bereits überschritten haben, ist in einem hohen Prozentsatz mit dem Auftreten von Knochenmetastasen zu rechnen: Bei rund 65-75%, also bei bis zu drei Viertel aller Patienten in diesen Stadien findet man eine Knochenbeteiligung.