Vitamin D kann die Prostatakrebs-Therapie mit dem Zytostatikum Taxan positiv unterstützen. Darauf weisen die Ergebnisse einer Studie hin, an der 250 Patienten teilnahmen.
Prostatakarzinome gehören zu den Krebsarten, deren Wachstum hormonabhängig ist. Ein Behandlungsprinzip ist es daher die wachstumsfördernde Wirkung der Hormone durch antihormonelle Wirkstoffe zu blockieren. Leider kommt es im Laufe der antihormonellen Therapie häufig zu einer Resistenz gegenüber den Wirkstoffen, die ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern sollen. Man bezeichnet diese Tumoren dann als hormonrefraktär.
Als Alternative im Fall eines hormonrefraktären Karzinoms hat sich Taxan als sehr wirksam erwiesen. Taxan ist ein zytostatischer, also Zellwachstum hemmender Wirkstoff, der aus Eiben gewonnen wird und seit 2004 als Standardtherapie bei hormonrefraktären Tumoren gilt.
Professor Peter Albers vom Universitätsklinikum Kassel hat in einer Studie untersucht, ob sich die Wirksamkeit von Taxan durch die gleichzeitigen Gabe von Vitamin D noch steigern lässt. Vitamin D hatte sich in anderen Untersuchungen als wachstumshemmend bei Tumoren erwiesen. Calcitriol, der chemische Namen von Vitamin D, kann zudem das Absterben von Tumorzellen fördern.
In der Untersuchung mit 250 Patienten ließ sich ein positiver Trend für die Kombinationstherapie verzeichnen. Zwar reduzierten sich die PSA-Werte, deren Messung als Verlaufskontrolle einer Therapie herangezogen wird, nur um die Hälfte. Allerdings verlängerte sich die durchschnittliche Überlebenszeit der Patienten tendenziell. Dies wertet Albers als Hinweis auf den positiven Einfluss einer Kombinationstherapie von Taxan und Vitamin D. Weitere Studien zur Bestätigung der Ergebnisse seien allerdings notwendig, so Prof. Albers.