In der Regel kommt die Chemotherapie bei hormonresistentem Prostatakrebs im fortgeschrittenen Stadium zum Einsatz. Hierzu stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung oder werden derzeit im Rahmen klinischer Studien erprobt.
Eine Chemotherapie wird beim Prostatakarzinom meist erst angewendet, wenn andere wirksame Therapien wie Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie ausgeschöpft sind. [1] Ihr Ziel ist es, das Tumorwachstum und hierdurch verursachte Schmerzen zu verringern, und zu einem möglichst langen Überleben beizutragen. [1]
Generell ist das Prostatakarzinom für eine Therapie mit Medikamenten, die das Wachstum von Tumorzellen hemmen (Zytostatika), nicht sehr empfindlich. Diese Medikamente wirken am besten auf Zellen, die sich schnell teilen, während das Prostatakarzinom – zumindest über längere Zeit – vergleichsweise langsam wächst. [1]
Außerdem hat eine Chemotherapie meist deutlich mehr Nebenwirkungen als die anderen genannten Therapieformen. Patienten mit Prostatakarzinom befinden sich in der Regel bereits in einem fortgeschrittenen Alter und leiden häufig auch an weiteren Krankheiten, so dass sie diese Nebenwirkungen nicht mehr so gut tolerieren können. Aus all diesen Gründen wird verständlich, dass die Chemotherapie in ihrer Bedeutung beim Prostatakarzinom hinter die anderen Therapieformen zurücktritt.
Eine Chemotherapie kommt dann in Frage, wenn das Prostatakarzinom nicht mehr auf eine Hormonbehandlung anspricht (hormonresistent ist) und/oder sich Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben.
Derzeit werden zur Chemotherapie verschiedene Medikamente eingesetzt bzw. erprobt. Zu den bei hormonresistentem Prostatakrebs angewendeten Chemotherapeutika zählen Substanzen wie Motizantron, Doxorubicin, Vinblastin, Paclitaxel, Docetaxel, Estramustin und Etoposid. [1]
In klinischen Studien werden nicht nur neue Medikamente erprobt, sondern auch bisherige Standardtherapien weiterentwickelt. Ziel ist es, die Wirksamkeit eines Chemotherapeutikums zu verbessern und gleichzeitig Nebenwirkungen zu verringern. So ist beispielweise die Behandlung mit Taxanen wie Paclitaxel oder Docetaxel, der derzeitige Standard in der Chemotherapie bei Patienten mit hormonresistentem, metastasiertem Prostatakarzinom. [1] In Studien wird nun derzeit geprüft, ob die zusätzliche Gabe von weiteren Wirkstoffen, d. h. zusätzlichen Medikamenten, zur Taxan-basierten Chemotherapie das Überleben der Patienten verlängern kann. [2]
Bevor sich ein Patient für oder gegen eine Chemotherapie entscheidet, sollte er mit seinem Arzt die Bedeutung, Wirksamkeit und Konsequenzen der Behandlung ausführlich besprechen. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass durch eine Chemotherapie keine Heilung erzielt werden kann, sondern lediglich eine Linderung der Symptome angestrebt wird. Da bei einer Chemotherapie Nebenwirkungen auftreten, die die Lebensqualität zum Teil erheblich beeinträchtigen können, sollte der Patient zusammen mit dem Arzt sorgfältig abwägen, ob die Vorteile der Behandlung, wie beispielsweise die Verbesserung der Lebenserwartung, überwiegen. [1]