Prostatakrebs ist nicht gleich Prostatakrebs. Dementsprechend gibt es unterschiedliche Behandlungsoptionen. Welche Therapieverfahren stehen Patienten hinsichtlich der verschiedenen Tumorstadien zur Verfügung?
Der Arzt hat die Diagnose Prostatakrebs gestellt und schlägt nun die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten vor. Welche Therapie in Frage kommt, hängt im Wesentlichen vom Tumorstadium und der Aggressivität des Tumors ab. Außerdem spielen das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten eine Rolle.
Je nach Tumorstadium besteht die Therapie aus der regelmäßigen Tumorkontrolle („Watchful waiting"), einer Operation, Strahlen- und/oder Hormontherapie sowie in besonderen Fällen Chemotherapie und Bisphosphonattherapie.
In diesem frühen Stadium ist der Tumor noch sehr klein. Ist sein Gewebe gut bis mäßig differenziert, ähneln also die Krebszellen den Zellen des Ausgangsgewebes noch relativ stark, kann eine geringe Aggressivität des Tumors angenommen werden. Die Erkrankung schreitet in der Regel nur langsam voran.
Therapie bei den Stadien T1b-T2b
Therapie bei den Stadien T3-T4
Therapie bei Krankheitsrezidiv (Wiederauftreten des Tumors)
Therapie bei Tumoren, die auf eine Hormontherapie nicht ansprechen
In diesem frühen Stadium ist der Tumor noch sehr klein. Ist sein Gewebe gut bis mäßig differenziert, ähneln also die Krebszellen den Zellen des Ausgangsgewebes noch relativ stark, kann eine geringe Aggressivität des Tumors angenommen werden. Die Erkrankung schreitet in der Regel nur langsam voran.
Klinische Erfahrungen zeigen, dass insbesondere bei sehr alten Patienten keine Therapie notwendig ist - sie könnte nur unnötige Nebenwirkungen mit sich bringen und die Lebensqualität beeinträchtigen, ohne dabei lebensverlängernd zu wirken. Aus diesem Grund bietet sich bei älteren Patienten die so genannte „Watchful waiting"-Strategie, d. h. die „aktive Überwachung" oder abwartende Strategie, an. Hierbei gehen die Patienten in regelmäßigen Abständen zur Kontrolluntersuchung, diese beinhaltet die Messung des PSA-Wertes, eine Tastuntersuchung der Prostata und eventuell die Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata. Beginnt der Tumor zu wachsen, wird eine Behandlung begonnen.
Bei jungen Patienten besteht die Möglichkeit die Prostata operativ zu entfernen, insbesondere wenn der Tumor wenig differenziert ist (d.h. sich stark von den Zellen des Ausgangsgewebes unterscheidet) und zu aggressivem Wachstum neigt.
In den Stadien T1b-T2b sind die Tumoren zwar weiter ausgedehnt als im Stadium T1a, bleiben aber auf die Prostata begrenzt.
Wie beim Stadium T1a empfiehlt sich auch hier bei älteren Patienten, deren Lebenserwartung auf weniger als zehn Jahre geschätzt wird, die aktive Überwachung („Watchful Waiting") - vorausgesetzt, der Tumor verursacht keine Symptome und ist gut bis mäßig differenziert, also wenig aggressiv. Dieses Vorgehen bietet sich außerdem bei Patienten an, die die potentiellen Folgeerscheinungen einer Operation oder Strahlentherapie für unannehmbar halten.
Für Patienten mit einer Lebenserwartung von mehr als zehn Jahren und den Tumorstadien T1b-T2b gilt die operative Entfernung der Prostata als Standardtherapie.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit in den Stadien T1b-T2b ist die Strahlentherapie. Sie kommt vor allem bei Patienten in Frage, denen beispielsweise aus medizinischen Gründen keine Operation zugemutet werden kann. Auch bei Patienten mit aggressivem Tumor und einer Lebenserwartung von fünf bis zehn Jahren, deren Allgemeinzustand aufgrund weiterer Erkrankung mäßig ist, bietet sich die Bestrahlung an. Oft erfolgt in diesen Fällen eine Kombination aus Strahlen- und Hormontherapie.
Eine Hormontherapie kann bei Patienten angezeigt sein, die unter Beschwerden leiden und bei denen aufgrund ihres Allgemeinbefindens eine Operation oder eine Strahlentherapie nicht möglich ist.
Bei schlecht differenzierten, d. h. aggressiven Tumoren, die nicht operiert werden, ist die Bestrahlung mit einer zwei- bis dreijährigen Hormontherapie kombinierbar.
In diesen Stadien hat sich der Tumor bereits über die Prostata hinaus ausgebreitet und das umliegende Gewebe (T3) oder weiter entfernt liegende Organe (T4) erfasst.
Die „Watchful Waiting"-Strategie empfiehlt sich bei Patienten, die eine Lebenserwartung von weniger als zehn Jahren haben und deren Tumor gut bis mäßig differenziert ist - vorausgesetzt, sie haben keine Beschwerden.
Die Strahlentherapie wird in der Regel bei Patienten mit einem Tumor im Stadium T3 durchgeführt, deren Lebenserwartung höher als fünf bis zehn Jahre ist. Mitunter kommt auch eine Kombination mit einer Hormontherapie in Frage.
Eine Kombination aus Strahlen- und Hormontherapie scheint die Überlebensaussichten der Patienten mit Tumoren im Stadium T3 zu verbessern, sie wird deshalb als Alternative zur alleinigen Bestrahlung empfohlen.
Bei jüngeren Patienten mit relativ begrenzter Tumorausdehnung und niedrigem PSA-Wert kann eine operative Entfernung der Prostata erwogen werden.
Eine Hormontherapie können Patienten erhalten, die Symptome und einen hohen PSA-Wert aufweisen. Auch bei Patienten, die zusätzlich unter anderen schweren Erkrankungen leiden, ist die Hormontherapie der Strategie des „Watchful waiting" überlegen.
Entwickelt sich der Tumor nach Entfernung der Prostata an der operierten Stelle erneut (Rezidiv), kann eine Bestrahlung dieser Region erfolgen. Für Patienten, bei denen eine größere Ausbreitung des Tumors vermutet wird, empfiehlt sich die aktive Überwachung. Wenn die Erkrankung voranschreitet kann eine Hormontherapie angezeigt sein.
In einzelnen Fällen kann bei einem Rezidiv nach Strahlentherapie die operative Entfernung der Prostata erfolgen. Diese als Salvage-Prostatektomie bezeichnete Operation kann allerdings Komplikationen wie starke Blutungen mit sich bringen, da das Gewebe häufig durch die vorangegangene Bestrahlung vernarbt ist. Deshalb wird den meisten Patienten eine aktive Überwachung, und im Falle eines Voranschreitens der Erkrankung, eine Hormontherapie empfohlen.
Fortgeschrittene Tumoren, die auf eine Hormontherapie nicht ansprechen, können mit einer Chemotherapie behandelt werden. Zur Behandlung von Knochenmetastasen können beispielsweise Bisphosphonate eingesetzt werden. Auch eine Bestrahlung der Knochenmetastasen ist möglich. Krebsbedingte Schmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln wirksam bekämpfen.