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S3-Leitlinien – Orientierung für Arzt und Patient

08.04.2010

Medizinische Leitlinien unterstützen den Arzt dabei, die bestmögliche Behandlung zu finden. Erstmals wurde eine S3-Leitlinie zu Prostatakrebs Ende 2009 veröffentlicht. Parallel sind zwei neue Patientenleitlinien erschienen.

S3-Leitlinien Medizinische Leitlinien geben den aktuellen Stand des Wissens zu einer effektiven und angemessenen Versorgung des Patienten wieder. Ihr Zweck ist es, Ärzte dabei zu unterstützen, Entscheidungen bei der Diagnostik, Therapie und Nachsorge einer Erkrankung zu treffen. Patientenleitlinien basieren auf den Leitlinien für Ärzte. Sie vermitteln den medizinischen Inhalt in verständlicher Form. Dies ermöglicht es Ihnen als Patient, sich ausführlich über die aktuellen Diagnose-und Behandlungsmöglichkeiten Ihrer Erkrankung zu informieren und aktiv Entscheidungen gemeinsam mit Ihrem Arzt treffen. Leitlinien werden von wissenschaftlichen Fachgesellschaften bzw. Patientenbeauftragten erstellt und herausgegeben.

 

S3-Leitlinien - höchste Qualität und Aktualität

Man unterscheidet drei Qualitätsstufen: S1-S3. S steht dabei als Abkürzung für „State of the Art", also dem aktuellen Stand der Forschung. S3 ist die höchste Stufe der Empfehlungen, diese Leitlinien werden auf der Grundlage von Expertenwissen und klinischen Studien erstellt. Aktuell gibt es 678 Leitlinien, davon sind 53 S3-Leitlinien. Da wissenschaftliche Erkenntnisse und die Technik einem kontinuierlichen Fortschritt und Wandel unterliegen, müssen die Leitlinien in regelmäßigen Abständen überarbeitet und aktualisiert werden.

 

Neue S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom

Die neue "Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zu Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms" ist Ende 2009 erschienen. 70 Experten aus zehn Fachgesellschaften haben in einem Zeitraum von drei Jahren insgesamt 153 Empfehlungen und 42 Aussagen zu Früherkennung, Diagnose und Therapie des Prostatakarzinoms erarbeitet. Die jetzt vorliegende Finalfassung ist ein wichtiger Meilenstein in der Prostatakrebstherapie. Diese Leitlinie soll Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen wie zum Beispiel Radiologie, Chirurgie, Strahlentherapie etc. ermöglichen, Ihnen als Patient die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen.

 

Wichtige Inhalte der neuen S3-Leitlinie - was ist neu?

Die neue ärztliche S3-Leitlinie beinhaltet das komplette derzeit verfügbare Wissen zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:

  • die Empfehlung zur ersten PSA-Wert-Bestimmung ab 40 Jahren,
  • eine verstärkte Aufklärungspflicht über Diagnoseprogramm und Therapieprozess durch den Urologen, sowie
  • die „Active Surveillance", also eine abwartendes Verhalten mit aktiver Beobachtung bei Patienten mit nicht metastasiertem Prostatakarzinom.


Fachchinesisch patientengerecht aufbereitet - die Patientenleitlinie

Begleitend zur S3-Leitlinie sind zwei Patientenleitlinien erschienen. Diese wurden von Patientenvertretern und ärztlichen Experten für Patienten mit Prostatakarzinom erstellt. Die Inhalte der S3-Leitlinie für Ärzte wurden darin laiengerecht und gut verständlich aufbereitet.
Bringen Sie sich auf den aktuellen Stand der Wissenschaft und entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt, welche Behandlung für Sie die sinnvollste ist.

Derzeit liegt diese Patientenleitlinie zum lokal begrenzten Prostatakarzinom
und zum lokal fortgeschrittenen und metastasierten Prostatakarzinom vor.

Quelle: prostatakrebs.de, albertinen.de, krebsgesellschaft.de, auw.de, aezq.de
Stand: 17.03.2010
Autor: Michaela Spaeth-Dierl

Dies ist ein Service von Novartis Oncology
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