Wer regelmäßig Sport treibt kann das Fortschreiten von Prostatakrebs verlangsamen und das Risiko, an der Krankheit zu versterben verringern. Das zeigt eine aktuelle Studie der renommierten Harvard School of Medicine in den USA.
Um der Frage nach der Wechselbeziehung zwischen körperlicher Aktivität und Prostatakrebs genauer nachzugehen, nutzten Dr. Edward L. Giovannucci und sein Team die Daten von 47.620 Männern. Die Daten wurden im Rahmen einer großen Studie gewonnen, bei der bis zu 14 Jahren der Gesundheitszustand der Teilnehmer beobachtet wurde. Die Männer füllten dazu jedes Jahr einen Fragebogen aus. So wurde ermittelt, wie viel Zeit pro Woche sie folgende Sportarten betrieben hatten: Spazieren oder Wandern, Joggen, Squash oder Racketball, Gymnastik oder Rudern, Rennen, Fahrradfahren sowie Brustschwimmen und Tennis.
Während der 14-jährigen Beobachtungszeit wurde bei 2.892 Männern ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Darunter waren 482 fortgeschrittene Fälle. Bei der Auswertung der Daten konnten die Wissenschaftler insgesamt zwar keinen Bezug zwischen dem Auftreten von Prostatakrebs und anstrengenden oder leichten sportlichen Aktivitäten feststellen. Doch bei Männern über 65 zeigte sich, dass diejenigen, die am meisten Sport trieben, ein geringeres Risiko für fortgeschrittenen und tödlichen Prostatakrebs hatten.
"Abschließend können wir sagen, dass Männer über 65, die wöchentlich mindestens für drei Stunden stark körperlich aktiv sind, ein deutlich geringeres Risiko (fast 70 Prozent) haben, dass bei ihnen ein hochgradiges, fortgeschrittenes oder tödliches Prostatakarzinom festgestellt wird", so die Autoren. Wie genau es zu diesem Zusammenhang kommt, ist noch nicht klar. "Allerdings", erklären die Autoren, "weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass starke sportliche Aktivität das Fortschreiten von Prostatakrebs verlangsamt und dass man Sport empfehlen sollte, um die Sterblichkeit durch Prostatakrebs zu verringern - besonders im Hinblick auf die vielen anderen gesundheitlichen Vorteile, die regelmäßige Bewegung bietet."