Im Kampf gegen den Krebs haben Forscher in den letzten Jahren große Hoffnungen auf so genannte Antioxidantien gesetzt. Diese Substanzen, zu denen u.a. Beta-Carotin (eine Vorstufe des Vitamins A) sowie die Vitamine C und E gehören, sind in der Lage, bestimmte erbgutschädigende Moleküle zu neutralisieren. Da Krebs oft mit Veränderungen im Erbgut von Körperzellen einhergeht, wurde vermutet, die Häufigkeit von Krebserkrankungen könne durch die Gabe von Antioxidantien gesenkt werden.
Diese Hoffnung hat sich für Prostatakrebs nicht erfüllt. In einer Untersuchung an über 29.000 Männern konnte kein Einfluss von Beta-Carotin, Vitamin C oder Vitamin E auf das Auftreten von Krebs der Vorsteherdrüse festgestellt werden. Einzig Männer, die ursprünglich weniger Beta-Carotin aufnahmen als der Durchschnitt der Studienteilnehmer, profitierten, wenn sie ihre Nahrung um wenigstens 2 mg Beta-Carotin pro Tag ergänzten.
Aktive Raucher bzw. Männer, die während der zurückliegenden zehn Jahre geraucht hatten, erkrankten unter der Gabe von hohen Dosen Vitamin E seltener an fortgeschrittenen Formen von Prostatakrebs. Aus anderen Studien sei jedoch bekannt, so die Wissenschaftler, dass bei entsprechenden Vitamin-E-Dosen vermehrt frühere Stufen der Erkrankung auftreten. Von einem günstigen Effekt des Vitamins könne deshalb nicht ohne weiteres gesprochen werden.
Die Forscher betonen die Vorläufigkeit ihrer Ergebnisse, da der bisherige Beobachtungszeitraum von knapp fünf Jahren noch recht kurz sei. Dennoch kommen sie zu dem Schluss, dass die Häufigkeit von Krebs zuerst und vor allem durch Verzicht auf das Rauchen gesenkt werden könne, nicht durch die Gabe von Antioxidantien.