Grünem Tee werden seit langem verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Britische Wissenschaftler zeigten nun, dass ein Inhaltsstoff das Wachstum von Tumorzellen stoppen kann. Sie hoffen auf eine neue Krebstherapie.
Der Stoff Epigallocatechin-Gallat, kurz EECG genannt, greift ein Enzym an, das für die Verdopplung der Erbsubstanz während einer Zellteilung essentiell ist. Wird dieses Enzym mit Namen Dihydrofolatreduktase (DHFR) blockiert, kann sich eine Zelle nicht teilen, das Wachstum wird gestoppt.
Dieser Ansatz ist nicht neu, sondern wird bereits in der herkömmlichen Chemotherapie genutzt. So ist DHFR z.B. ein Angriffsziel des weitverbreiteten Chemotherapeutikums Methotrexat. Durch die Blockade von DHFR werden immer auch gesunde Zellen, die sich teilen, geschädigt. Dies ist z.B. im Darm oder in den Haarwurzeln der Fall. Unter Methotrexat kommt es daher zu teilweise starken Nebenwirkungen, wie Durchfall oder Haarausfall.
Der Unterschied zwischen Methotrexat und EECG dürfte jedoch in der besseren Verträglichkeit von EECG liegen: EECG bindet wesentlich schwächer an das DHFR Enzym und könnte so die Zellteilung im gesunden Gewebe weniger stark beeinträchtigen. Somit könnten Nebenwirkungen weniger stark ausfallen, hoffen die Forscher Roger Thorneley und sein Team. Im Tumor hingegen teilen sich die Zellen sehr viel schneller als in gesundem Gewebe. Dies ist der Grund, dass EECG trotz der schwächeren Bindung an das Enzym eine starke tumorschädigende Wirkung zeigt, so die Forscher.
Für den heilsamen Effekt reichen nach Aussagen der britischen Wissenschaftler Mengen aus, die mit dem Genuss von zwei bis drei Tassen Tee gedeckt sind.
Gleichzeitig warnen sie vor allem Schwangere vor übermäßigem Teegenuss: Zu viel grüner Tee kann der Entwicklung des Embryos schaden