Die Diagnose eines Tumors ist in jedem Fall ein einschneidendes Ereignis, egal ob eine Heilung möglich ist oder ob nicht alle Tumorzellen entfernt werden konnte, weil sie sich bereits über die Prostata hinaus in Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet hatten. Letzteres ist aber keineswegs ein Grund, die Hände in den Schoß zu legen und allen Lebensmut zu verlieren.
Wichtig ist, dass man der Krankheit nicht gestattet, die Oberhand zu gewinnen. Vielmehr geht es für den Patienten darum, mit den Folgen der Therapie und im Falle eines nicht heilbaren Tumors mit der Erkrankung leben zu lernen. Man kann eine Tumorerkrankung als chronische Krankheit auffassen, die sich wie andere chronische Krankheiten auch beeinflussen und nicht selten auch zurückdrängen lässt. Gerade das Prostatakarzinom wächst in aller Regel sehr langsam und kann heute oft über lange Zeit erfolgreich kontrolliert werden. Auch wenn es nicht geheilt ist, verursacht es nicht andauernd Beschwerden.
Trotz alledem ist natürlich in erster Linie Zeit, aber auch ausreichender Wille erforderlich, das Leben mit der Krankheit zu erlernen. Erste Hilfestellungen dazu werden dem Patienten bereits während der Anschlussheilbehandlung bzw. der Rehabilitation nach der Primärtherapie angeboten. Hier kann er beispielsweise lernen, durch möglichst gesunde Ernährung und Lebensführung die unangenehmen Folgen der Therapie in Grenzen zu halten. Selbstverständlich sollte im übrigen auch der behandelnde Arzt immer für solche Fragen zur Verfügung stehen.
Auch für die psychologischen Probleme des Lebens mit der Krankheit gibt es in den Rehakliniken Fachleute, aber auch im täglichen Leben nach der Betreuung werden sich natürlich Situationen ergeben, in denen psychosoziale Beratung wünschenswert erscheint. Insbesondere bei Nachsorge, Kur- und Rentenangelegenheiten kann die Hilfe psychosozialer Beratungsstellen in Anspruch genommen werden.
Sehr wichtig ist die Einbeziehung von Angehörigen und Freunden, die dem Patienten eine wertvolle Stütze sein können. Die Familie, insbesondere die Partnerin sollte, wo immer möglich, bereits an der Rehabilitation beteiligt sein. In vielen dieser Kliniken können Partner zum Selbstkostenpreis mit aufgenommen werden. Es erleichtert den Einstieg in das Leben "nach" oder "mit" der Krankheit erheblich, wenn die Partnerin von Anfang an dabei ist.